Every Last Thursday!

Jeden letzten Donnerstag im Monat findet in freundschaftlicher Atmosphäre ein gepflegtes Essen mit erlesenen Weinen statt. Es wird gegessen und geschluckt. Hier wird darüber berichtet.


Edition: März 2018

EYMANN, CHARDONNAY SONNENBERG, 2015

Der Wein wurde auf dem Weingut erstanden. Einfach weil er damals morgens um 09.30 Uhr dem jungfreulichen Gaumen schlicht als umwerfend erschien. Heute nun der Realitätstest. Im Dekanter wirkte er leicht trüb. Der erste Naseneindruck war eher verhalten. Zu Beginn hatten wir eher diffuse Vorstellung davon was es sein könnte. Mit der Zeit öffnete er sich ungemein und der Chardonnay ganz klar zum Vorschein. Eher kräftig in der Nase mit deutlich cremigen Noten nach Pfirsich, vollreifen Aprikosen und im Hintergrund etwas Ananasjoghurt. Am Gaumen eher schlank mit prägender Säure und feiner Bitterkeit im Abgang.

WF: 8.5|10.0 [sehr gut]

 

PLOZZA, Numero 1, 2006

Schon immer war dieser Wein einer meiner Lieblinge was untypische Nebbiolos angeht. Immerzu hat dieser Wein ganz viel Extrakt und wirkt wie eine Art Pimp-Nabbiolo auf Anabolika. Kurz: Ein Amarone-Nebbiolo. Quasi. Noch nie hatte ich den Numero 1 so «alt» im Glas. Kurz nach dem Dekantieren wirkte er wie ein kräftiger Pinot aus Kalifornien. Nach 30 Minuten in der Karaffe war es jedoch um die fruchtigen Aromen geschehen. Es machte sich ganz viel Zigarre, Rauch, kalter Kamin in der Nase breit. Am Gaumen Tabak, schwarze Beeren und etwas altes Leder. Nun neigte sich der Tropfen eher in Richtung gereiftem Bordeaux.

WF: 8.5|10.0 [Plozza hat seine Nische!]

EL ORIGEN, PRIETO PARIENTE, 2013

Der erste offizielle Jahrgang dieses Weins. Während Jose Pariente in Spanien schon länger exzellente Verdejos und Sauvignon Blancs herstellt, emanzipiert sich langsam die jüngere Generation der Familie und stellt unter der Marke «Prieto Pariente» eigenständige Weine in kleinen Mengen her. Der erste Kontakt in der Karaffe war noch sehr verhalten. Nach einer Stunde Entfaltung zeigte er seine Rafinesse, die sich vor allem in seiner Mineralität und Leichtigkeit ausdrückte. Die Frage in die Runde um was es sich hier handeln könnte, wurde mit «cool climate» beantwortet. Erstaunt nahmen alle zur Kenntnis, dass es sich hierbei nicht um einen deutschen, österreichischen oder nord-italienischen Wein handelte. Nach dem zweiten Glas hatte ich meinen Wein des Abends.

WF: 9.0|10.0 [sehr geiler Wein!]

 

SON MAYOL, PREMIER VIN, 2015

Der zweite offizielle Jahrgang dieses monumentalen Weingutes, dass sich in einem Seitental vor den Toren Palmas auf Mallorca befindet. Das klare Vorbild der Weine Son Mayols ist Mouton Rothschild. Die Traubensorten, der Winemaker und sonst alles stimmt überein mit dem Vorbild. Das Resultat im Glas ist äusserst still. Für mich was er etwas gar zu still. Spontan/blind hätte ich den tatsächlich nach Frankreich und Bordeaux verortet. Andere am Tisch fanden ihn sehr spanisch. In der Nase nach einer gewissen Zeit eher rotfruchtig, präzis und ohne Schnörkel. Der Tropfen ist sehr gradlinig unterwegs. Da ist kein Gramm Fett dran. Ein Athlet. Mir persönlich fehlte aber noch etwas die klare sportlich Disziplinzugehörigkeit. Möglicherweise findet er diese in den kommenden Jahren.

WF: 8.0|10.0 [let‘s wait and see]

 

Zuletzt gab es einen wunderschönen Süsswein aus Genf!

 

Danke Jungs! Toll war's!